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KAPITEL VII.

In Agordat.

Heute hatten wir einen Weg von nur 38 Kilometern vor uns, bis Agordat.

Da Agordat 686 Meter über dem Meere liegt, Cheren dagegen 1426 Meter, so zeigt der Weg eine starke Senkung. Wir durchschneiden zunächst eine Hochebene, besetzt mit der graziösen Schirmakazie. — (Zizyphus spina Christi, von den Arabern „Nabaq“ genannt.) — Termitenhaufen steigen, oftmals diese Bäume umklammernd, bis zu zwei und drei Metern in die Höhe. Ihr Erdmantel ist so felsenhart, daß er den Angriffen von Stock, Lanze, und seihst der Schußwaffe widersteht.

Vereinzelte Exemplare der Dumpalme zeigen sich. Abweichend von der Dattelpalme, ist an ihr charakteristisch die mehrfache Gabelung des hohen Stammes. Die nicht starke Belaubung wird gebildet von den bekannten, den Fingern einer ausgespreizten Menschenhand gleichenden, breiten Blättern. Der Baum, eigen dem zentralen Afrika, reicht hinauf bis zum 26. Grad nördlicher Breite. Seine Früchte, welche in großer Anzahl zwischen den Blättern der Krone traubenartig herabhängen, werden von manchen europäischen Beisenden als ungenießbar erklärt. Ich muß dem widersprechen. Ein Eingeborener richtete mir eine Frucht, welche einer dunkelgefärbten Kartoffel nicht unähnlich sieht, zu. Er löste die glatte, harte Haut mit seinem Messer ab. Darunter zeigte sich dann ein gröberes Zellengewebe von hellbrauner Färbung. Dieses, in dünne Scheiben geschnitten, schmeckte zwar etwas trocken, aber sehr ähnlich unserem heimischen, braunen Pfefferkuchen. Unter diesem Zellengewebe aber sitzt ein großer, sehr harter Kern, welcher, zersägt, im Inneren eine transparente, alabasterartige Masse zeigt. Ich glaube, dieselbe müßte ein vorzügliches 40

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