Sudan Archive

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nehmen mit ihrem üppigen Pflanzenwuchse sich aus, wie die lauschigen Ecken in dem Parke eines reichen Plantagenbesitzers der Tropen. Nur zögernd, weil gefesselt durch den unvergleichlichen Zauber solcher Scenerie, treiben wir unsere Maultiere hindurch.

Die Tierwelt erscheint heute auffallend spärlich, ausgenommen die Vögel in ihren reichen Spielarten. Unsere heutige MittagsStation ist Piano (plaine) d’Halibaret, in einem sehr fruchtbaren Tale gelegen. Der Italiener, in dessen Herberge wir einkehren, kann aus seinem Garten uns Sellerie, Tomaten, Zitronen vorsetzen. Außerdem finden sich in seinem Laden Baumwolle und Tabak, welche er aus den Kulturen der Eingeborenen aufgekauft hat.

In der dicht umzogenen Laube des Gartens rastend, lassen wir, bei einer einfachen Kost, die heißen Mittagsstunden vorüberziehen. Dann geht es mit ausgeruhten Kräften und Tieren weiter. Die größere Hälfte des heutigen Marsches, 28 Kilometer, liegt bereits hinter uns, vor uns die kleinere von 26 Kilometern.

Von der Straße löst sich ein feiner Staub ab und mischt sich mit der heißen Luft, um die Ermüdung zu steigern. Man ist dankbar für jeden Schatten, welchen hier und dort eine Bergwand wirft. Und meinen Neid erregt die leichte Tracht der kaum bekleideten Eingeborenen! Wir passieren den Fluß Anseba, einen Nebenfluß des Barca, welcher der Hauptstrom von Erythräa ist. Eine herrliche Gruppe mächtiger, schattenspendender Affenbrofbäume an seinen Ufern ladet zur East ein; das um so mehr, als ein Trupp Eingeborener bereits unter ihnen lagert. Der eine derselben zeigt mir seinen selbstgeflochtenen Sonnenschirm, der andere sein Trinkgefäß, der dritte seinen Spieß. Kupferstücke nehmen sie, zutraulich dankend, als Geschenk von mir an.

Dann, einige Kilometer weiter, passieren wir das Dorf Habi-Mentel. Und nun senkt sich die Straße scharf dem flachen Tale zu, in welchem Cheren liegt.

Eechts vom Wege zeigt sich eine Beihe altabessynischer Gräber, aus Steinen aufgebaut. In verjüngter Gestalt ahmen sie die Wohnungen der Lebenden nach, sind also, wie diese, kreisrund und kegelförmig abgedeckt. Doch die einen haben weiße, die anderen schwarz getünchte Flächen, und der Glaube der Eingeborenen besagt, daß jene weißen Gräber frommen, diese schwarzen aber unfrommen Toten zugehören.

Bald nach 5 Uhr fahren wir in Cheren ein. Da die Herren Martinelli und Tornari, welche uns vorausgeeilt, die Boten unseres Kommens waren, so wartet unser ein festlicher Empfang. Der Kommandant des Städtchens, Kapitän Gallina Guiscardo, gefolgt von seinen Offizieren, kommt uns entgegen. Begrüßung und Vorstellung finden statt. Zunächst werde ich eingeladen, im Kaffeehause am Markte, mit den Herren einen Willkommen-32

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