Sudan Archive

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Ein englischer Historiker glaubt das bejahen zu dürfen. Er sagt: „Mahdism died at once and for ever in the Souclan with the „death of Abdullah-el-Taasi. ’) Wir sind anderer Meinung! — Bald nach Abdullahis Tode richteten sich die Augen der mohammedanischen Welt in Afrika sofort, voller Hoffnung, auf den Schech Sinnussi, 2 ) welchem der verstorbene Mahdi ebenfalls einst die Chalifenwürde angetragen hatte. Indessen der Schech starb gegen das Ende des Jahres 1902 in Djerabüb, einem Orte des inneren Afrika, in westlicher Lage von der Oase Siuä, ohne aus seiner kontemplativen Rolle herausgetreten zu sein. Dann aber erhob sich im Somalilande ein neuer mohammedanischer Prophet, welchen seine Gegner mit dem Namen „Mad Mullah“ belegt haben. Aber trotz dieses Spottes gewann derselbe einen bedeutenden Anhang. England sah sich wider Willen gezwungen, diese Bewegung für ernst zu nehmen und gegen den Propheten das Schwert zu ziehen; indessen bisher ohne einen greifbaren Erfolg. Obwohl innerhalb eines Jahres dreimal der Anführer auf englischer Seite wegen gehabter Mißerfolge gewechselt wurde, war doch der neue Befehlshaber in keiner Weise glücklicher, als sein Vorgänger. Der mit so großen Erwartungen und noch größeren Kosten ins Werk gesetzte Feldzug gegen den neuen Propheten im Somalilande verlief bisher ohne jedes greifbare Resultat. Aber dem Ansehen des religiösen Schechs hat diese Erfolglosigkeit seiner Bekämpfung in den Augen seiner Anhänger, wie leicht begreiflich, nur Nutzen gebracht! 3 ) — Und in eben diesem Jahre stand auf am Blauen Nile, in Wäd-Medani, ein neuer Mahdi, welcher den Namen Isa (Jesus) sich beigelegt hatte. Rasch sammelten sich um ihn zahlreiche Anhänger; doch fiel der Prophet bei seinem ersten Zusammenstöße mit den Regierungstruppen. Das alles sind doch Anzeichen dafür, daß in Afrika der Mahdismus noch nicht erloschen ist, nämlich die Hoffnung der mohammedanischen 9 The Story of the Khedivate by Edward Dicey, pag. 498, London 1902.

2 ) Ich hörte, selbst in dem weitabgelegenen Tripolis, bei meiner Anwesenheit dort, im März 1902, im Kreise der Mohammedaner, unter Ausdrücken der Begeisterung, über diesen Schech reden.

3 ) Nach dem Berichte der „Deutschen Kolonialzeitung“ Nr. 28 vom 14. Juli 1904, ist der englische General Egerton aus dem Somalilande trotzdem, daß er am 11. Januar 1904 bei Djidballi einen Erfolg gegen den Mullah davongetragen hatte, im darauffolgenden März mit dem größesten Teile seiner Truppen definitiv zurückgerufen worden. Wie es scheint, hat man englischerseits die Überzeugung gewonnen, daß bei diesen Kriegen gegen die Derwische im Somalilande, trotz der aufgewandten, großen Opfer an Menschen und an Geld, weder Ehre noch Gewinn zu erringen seien. Der Mullah aber soll wiederum 6000 Mann, größtenteils mit Gewehren bewaffnet, um seine Fahne versammelt haben. Und voraussichtlich wird England wider seinen Wunsch sich doch gezwungen sehen, im nächsten Winter, die Kriegführung gegen den Mahdi von neuem dort zu beginnen.

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