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KAPITEL XXVII.
Der Streit um Fashoda.
Wie sehr, bei dem Angriffe der englisch-ägyptischen Macht gegen das Hauptquartier der Mahdisten in Omdurmän, es dem Leiter derselben noch auf ein ganz anderes Ziel angekommen war, beweist die Eile, mit der Lord Kitchener of Chartüm von dort wiederum aufbrach. Knappe 8 Tage waren vergangen, seitdem der letzte Kanonenschuß auf dem Schlachtfelde von Kerreri verhallt war, als eine bewaffnete Expedition, bestehend aus 5 Kanonenbooten, 2 sudanischen Bataillonen, einer Kompagnie vom 26ten englischen Infanterie-Regimente und einer ägyptischen Batterie, den weißen Nil aufwärts, von Omdurmän aufbrach. Welch eine Wichtigkeit man dieser Expedition beimaß, zeigen die Stärke ihrer Zusammensetzung, die Eile ihres Aufbruches und vor allem der Umstand, daß niemand Gferingeres, als Führer, an ihre Spitze trat, als Lord Kitchener in eigener Person.
In beschleunigter Fahrt hatte man den weiten Weg von 703 Kilometern in 9 Tagen zurückgelegt. Denn bereits am 19. September ankerten die 5 Kanonenboote vor Fashoda, wo sie eine französische Besatzung, zwar nur in der Stärke von 180 Mann, unter dem Befehle des Capitains Marchand, aber in einer sehr gut verschanzten Stellung vorfanden. Das Gegenübertreten Kitcheners und Marchands war voller Courtoisie, wie dieses bei den Vertretern zweier, miteinander im Frieden lebender und befreundeter, Großmächte wohl nicht anders denkbar ist, aber im Herzen war man sich doch bewußt des gewichtigen Ernstes der Lage.
Seit den Zeiten Napoleons I. besteht der Wettstreit Frankreichs und Englands um den Einfluß in Ägypten. Frankreich hatte seit frühen Zeiten 221