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Da war es der Generalmajor Macdonald, >) welcher, mit großer Geistesgegenwart, durch ein schnell und geschickt ausgeführtes Einschwenken seiner Brigade den furchtbaren Stoß aufnahm und, kalten Blutes, so lange aushielt, bis die Verstärkung anlangte.
Die britische Division, hei welcher der Sirdar ritt, erhielt umgehend den Befehl, kehrt zu machen und die Brigade Macdonald zu unterstützen.
Die Lage der Verbündeten wurde indessen um so gefährlicher, als eine andere starke Kolonne der Derwische, geführt durch den Chalifen Aly-walad-Helu , von dem zweiten Hügel Umm-Matrachän herkommend, gleichfalls den Verbündeten in die Flanke und den Kücken fällt.
Die Scharen des Emir Jaküb bekommen durch diese Hilfe verdoppelte Stoßkraft, und unternehmen es wieder und wieder, in wildem Anstürme, das Schicksal des Tages zu ändern. Es kam zu einem furchtbaren Handgemenge! — Der Sirdar war mit seinem Stahe auf den Djebel Sürgham hinaufgeritten, und leitete von hier aus die Schlacht. Im Kampfe Brust gegen Brust ist der Derwisch den regulären Truppen ja weit überlegen, und es hätte auch hier, am Fuße des Djehel Sürgham, der Sieg den Verbündeten noch entrissen werden können, wenn deren überlegene Artillerie nicht so furchtbar unter den weißen Scharen der Derwische aufgeräumt und die auf dem Nile schwimmenden 9 Kanonenbote, in gut gezielten Schüssen, nicht ihren eisernen Hagel über sie ausgeschüttet hätten.
Diesem, aus der Ferne wirkenden, Feinde gegenüber aber waren alle persönliche Tapferkeit und alle Todesverachtung vergebens. Die heilige Fahne des schwarzen Banners senkte sich und wurde begraben unter einem Haufen von 50 Leichen, Helden, welche, sterbend, das Symbol ihrer Hoffnungen vergebens mit ihren Leibern zu decken versucht hatten. Unter dem Haufen der hier liegenden Erschlagenen fanden sich auch der Emir Jaküb und der Chalif Aly-walad-Helu.
J ) Sir Hector Macdonald, ein Schotte und der Sohn eines armen Hochlandsbauern, hatte vom gemeinen Soldaten zum General sich hinaufgedient. Von großer Unerschrockenheit, hohen Feldherrngaben, bescheidenster Einfachheit, wurde er der Liebling seines Volkes, welches ihm den Ehrennamen gab: „fighting Mac“. — Später, nach wirksamster Bewährung seiner militärischen Tüchtigkeit im Burenkriege, wurde er Höchstkommandierender der Besatzungs-Truppen auf Ceylon. Hier, in eine ihn schwer verletzende Anklage, deren Recht, oder Unrecht hier nicht zur Erörterung steht, verwickelt, erbat er seinen Abschied unter Belassung der gesetzlichen Pension. Das wurde dem hochverdienten Manne geweigert; vielmehr ihm die Wahl gestellt, entweder einem Kriegsgerichte in Indien sich zu stellen, oder aus dem Heere gestoßen zu werden. In diese Zwangslage versetzt, suchte der, an Verdiensten reiche, an Gold und vornehmen Freunden arme, General seinen Tod, welchen er, auf der Reise von London nach Colombo, in Paris, im Regina-Hotel fand, den 20. März 1902. — 217