Sudan Archive

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der unmittelbaren Nähe des Chalifen- Schlosses den Bägara einzuräumen, unzählige Familien, welche in diesem Stadt-Viertel bereits angesessen waren, Knall und Fall ihre Habe zusammenraffen, und den Eindringlingen weichen mußten, wenn sie auch, in entlegneren Straßen, entschädigt wurden. Sodann erhielten die Bägara doppelte Rationen, und sämtliche Mitglieder ihres Stammes bezogen dauernd Getreidelieferungen aus den Staats-Magazinen und zwar zu Preisen, die unter dem Marktwerte standen, selbst noch zu jener Zeit der furchtbaren Hungersnot, welche gegen Ende des Jahres 1889 über den ganzen ägyptischen Sudan hin ausbrach. Die Unruhe der Zeit, welche das Ackergeschäft vielfach störte, ein regenarmer Winter und dazu noch einbrechende Heuschreckenschwärme hatten den Ernteertrag in einer für viele totbringenden Weise gekürzt. Viele Stämme im Innern starben aus, und in Omdurmän wohnte das Elend auf den Gassen. Der verstorbene Mahdi, welcher die Nordgrenze seines Reiches bis zum zweiten Nil-Katarakte, bis Wädi-Halfa, vorschob, hatte sich bereits mit dem Plane getragen, diese Grenze zu überschreiten, und in Ägypten einzufallen. Abdullahi nahm den Gedanken wiederum auf. Es geschah im Jahre 1889, daß zunächst 4 Gesandte in seinem Aufträge nach Kairo aufbrachen, welche nichts mehr und nichts weniger dem Chedive zu überbringen hatten, als die Aufforderung zur Unterwerfung.

Diese Abgesandten kamen indessen nicht weit; sie wurden schon in Assuan, von dem englischen Kommandanten festgenommen, eine Zeitlang dort gefangen gehalten, und dann, ohne Antwort, heimgeschickt. Nun brach Abd-er-Rachmän, der General des Abdullahi, unverzüglich auf. Er hatte die Instruktion, das von den Engländern stark befestigte Wädi-Halfa zu umgehen, auf das 363 Kilometer nördlicher gelegene Assuän zu marschieren, dieses anzugreifen, zu überwältigen und dort weitere Befehle abzuwarten.

Es kam dazu nicht. Wädi-Halfa wurde zwar ohne großen Verlust passiert, dann aber warf sich den anrückenden Mahdisten, der von Assuän aufgebrochene Sirdar der ägyptischen Armee, ein Engländer, General Grenfell, mit Macht entgegen. Er erreichte sie an einem Punkte etwas nördlich von dem berühmten Felsen-Tempel zu Abü-Simbel, bei Toshki.

Hier, auf dem östlichen Ufer des Nils, am 3. August 1889, kam es zu einer mörderischen Schlacht. In derselben fiel Abd-er-Rachmän mit den meisten seiner Emire, 16 000 Derwische wurden niedergemetzelt, und nur wenige entkamen, um die Niederlage in Omdurmän zu melden. So groß wie der Schrecken hier anfangs auch war, so wich derselbe doch einer gewissen Genugtuung, als man bemerkte, daß den Siegern von Toshki der Mut gänzlich gebrach, offensiv vorzugehen, nach Süden zu stoßen, und, was das nächste gewesen wäre, Dongola zu besetzen.

Daß dieses erst volle 9 Jahre später gewagt wurde, beweist doch 194

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