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Prätendenten. Damit war das reiche Där-För den Mahdisten dauernd zurückgewonnen.
Aber dieser Sieg hatte noch eine zweite Wirkung! Man erinnert sich, daß einst Abdullahi dem verstorbenen Mahdi besonders nützlich geworden war durch seine Blutsverwandtschaft mit den starken und mutigen Araberstämmen des Westens, angesiedelt in dem Süden Där-Fors. Er gehörte zu den Taascha - Bägara. Dieser Nomadenstamm, 24,000 streitbare Männer zählend, vertrauend und stolz auf die Macht ihres nun gefürsteten Sprossen, brach auf, samt seinen Familien und Herden, um dauernd in der unmittelbaren Nähe Omdurmäns sich niederzulassen. Glänzend war ihr Empfang. Auf dem Wege schon, hinführend über Fasher und El-Obe'id, waren Verpflegungsstationen für sie aus Staatsmitteln errichtet worden.
Als sie aber der Hauptstadt nahten, wurden ihnen sämtlich neue Gewänder aus den Vorräten des Bet-el-mäl entgegengesandt, zum Ersatz für das abgetragene Beisekleid. Musik und militärische Eskorte führten sie dann ein, und der Chalif selber ritt ihnen bis vor das Tor entgegen. Es war eine Sonnenstunde in Abdullahis Leben. Mit einem Esel, einem Wasserschlauche und einigen Händen voll Durra hatte er einst die Heimat verlassen ; nun saß er auf reich geschirrtem Rosse, als ein Fürst, im Rücken die aufblühende Hauptstadt seines Reiches, und, in unermeßlicher Weite sich dehnend, die ihm gehorchenden Völker und Länder. Was hatte nicht sein Gott aus ihm gemacht! Stolz flammte das Selbstgefühl auf in Abdullahis Herzen. — Von den 24,000 Männern seines Stammes wählte er die Hälfte, die jüngsten, die streitbarsten Leute aus zu seiner Leibgarde. In seiner unmittelbarsten Nähe sollten sie fortan wohnen. Man sieht noch heute, wenn man Omdurmän durchreitet, ein großes, von einer starken Mauer umschlossenes Stadtviertel, in der Nähe des einstigen Chalifen-Palastes. In diesem weiten Vierecke zeigen sich die jetzt zerfallenden einstöckigen Lehmhäuser, dicht bei dicht. Dort zog damals die auserlesene Schar der Bägara ein. Sie wurden in der Art gegliedert, daß über 100 ein Hauptmann (räsmije) über 500 ein Emir, und über die ganze Truppe des Chalifa ältester Sohn Etmän kommandierte. Alle wurden mit Remington- Gewehren bewaffnet. Aber unerwartete Inspektionen durch Abdullahi selbst, bisweilen sogar zur Nachtzeit, waren keine Seltenheit. Eine enorme Stärkung der persönlichen Gewalt des Chalifa-el-Mahdi bedeutete diese Garde.
Aber, wie alles auf dieser Erde, auch der glänzendste Aufbau unserer Plände, seine Schatten wirft, so gingen Schatten aus auch von dieser Sonnenstunde in Abdullahis Leben. Die Bevorzugung seiner Stammesgenossen weckte den Neid ungezählter Anderer. Eine Garde hatte er um sich geschart, ja! aber Verräter standen, auf einer anderen Seite, gegen ihn dafür auf. Schon das hatte viel böses Blut gemacht, daß, um jenes Quartier in Schoenfeld, Erythräa. 13 193