Facsimile · p. 187
Kalamität des Landes geworden sind, wiederum in eine gewisse Abhängigkeit von der weißen Rasse zu bringen. Denn die dem Neger angeborenen Fehler, als Lüge, Lüsternheit, Trägheit, Verschmitztheit und Leichtsinn haben im Zustande seiner Befreiung sich nicht vermindert, sondern verstärkt. Wirtschaftlich diese Leute auf eigene Füße zu stellen, solche Versuche sind meistens gescheitert. Und die ihnen zuerkannte soziale und politische Gleichberechtigung ist so wenig von ihnen ausgenuzt worden, daß es lediglich bei der trockenen Formel verblieb. Selbst die ihnen ge-öffneten und zum Teil auch von ihnen benutzten Lehranstalten des Landes haben den Beweis erbracht, daß die früher dem Neger so sehr nachgerühmte Bildungsfähigkeit eingeschränkt werden muß auf einen nur ihm innewohnenden, zwar sehr lebhaften, Nachahmungstrieb. — So stellt sich auch nach diesen 40 Jahren der Freiheit der Neger noch immer dar als das „große Kind“, welches der Strenge einer führenden Hand nicht entraten kann.
Bei der damaligen Kulturstufe, auf welcher der Sudan sich befand, war diese plötzliche Befreiung von 60 000 Menschen, ohne zuvor dieselben zu selbständiger Arbeit erzogen zu haben, ein Experiment, welches, neben den übrigen von uns aufgedeckten Übelständen, als seiner geographischen Isolierung und der nicht ausreichenden Qualität seiner Beamtenschaft, dem jungen, noch wenig bewährten Staate das Leben kostete. Denn sehr bald, im Jahre 1881, sollte eine Bewegung ausbrechen, welche der Bürgerschaft des Sudan für längere Zeit hin ganz andere Lebensformen zu geben bestimmt war.
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