Sudan Archive

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händler, Schech-Zuber-Rächama wohnte. Aus kleinen Anfängen hatte er sich zu königlichem Besitzstände emporgeschwungen, und unterhielt eine Leibwache von 1000 Bewaffneten.

1 ) Dieser Mann war bestimmt, ein politischer Märtyrer zu werden. Von Chartüm aus wird er eingeladen, mit seinen Truppen Där-För von Süden her anzugreifen, während von Osten her der ägyptische General-Gouverneur Ismael-Ajüb-pächa dort eindringen soll.

Zuber, rasch und kühn, bringt Där-Förs letzten König Ibrahim zu Falle, und dessen Hauptstadt El-Fasher samt großer Beute in seine Gewalt.

Ismael kommt für solche Beute zu spät. Daher auf dessen Seite Eifersucht, Neid, Groll und die Bereitschaft, den glücklicheren Nebenbuhler in Kairo, als staatsgefährlich, zu verdächtigen.

Demnach, als Zuber bei dem Chedive darum einkommt, zum Vizekönige von Där-För, unter Ägyptens Oberhoheit, ernannt zu werden, wird dieses abgeschlagen. Als er dann nach Kairo reist, um persönlich diesen Plan am Sitze der Regierung zu betreiben, wird er dort in ehrenvoller Haft zurückgehalten. Und, als Gordon später, eingeschlossen in Chartüm, diesen Zuber zu seinem Beistände verlangt, ihn bezeichnend als den einzigen Mann, welcher noch imstande wäre, der anschwellenden Mahdia ein Halt zu gebieten (Had Zubair-pächa been sent up when I asked for him, one might have made.a Soudän Government in Opposition to the Mahdi 2 ) — wird dennoch dessen Entsendung abgeschlagen.

Von politischer Eifersucht verfolgt, muß dieser tüchtige Mann in Kairo untätig leben und sterben. Der anfangs so sehr gewinnbringende Tauschhandel mit Elfenbein geht alsbald im Sudan zurück. Mit der Nachfrage steigert sich sein Preis. Der starke Export mindert das Angebot. Die Unkosten aber wachsen, verursacht durch die Pflicht, ein zahlreiches Arbeitspersonal und dazu auch Bewaffnete in den Seriben zu unterhalten. Der ganze Elfenbein ertrag fortlaufender Jahre deckte nicht mehr die aufgewandten Ausgaben. Es mußte ein anderes Landesprodukt für den kaufmännischen Betrieb hinzukommen, um diesen zu halten. Und solches fand man in der schwarzen Menschenware.

Zuber, dessen Geschäft ehedem das bedeutendste in Elfenbein gewesen war, hatte jetzt, zur Zeit des Niederganges, in einem Jahre an Elfenbein nicht mehr zusammenbringen können, als 120 Zentner, welche in Chartüm abgesetzt wurden für den Preis von 15 000 Maria Theresia-Talern. Dagegen an Sklaven konnte derselbe Zuber in einem Jahre versenden 1800. Diese kaufte man ein, im Inneren des Sudan, für den Durchschnitts-0 Dr. Georg Schweinfurtli: „Im Herzen Afrikas“. Teil II, pag. 379, der sein Gast war und seinen fürstlichen Haushalt beschreibt. — 2 ) The Journals of G. Gordon, Yol. I, pag. 102. Leipzig 1885.

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