Sudan Archive

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KAPITEL XXII.

Der Aufbau und das Geschick des ägyptischen Sudan, sowie der Äquatorial-Provinz, bis zum Jahr 1881.

Zwischen dem 2ten und 3 ten Katarakte des Nilstromes, heute zwischen den Ortschaften Wädi-Halfa und Hannik, lagert sich in einem Gürtel, von 290 Kilometern Breite, die Wüste Korosko. Das bedeutet, in gerader Richtung von Nord nach Süd gemessen, einen Marsch von 10 Tagen durch völlig wasserlose Sandflächen.

Diese Wüste bildete demnach im Altertume die selten überschrittene Grenze zwischen Ägypten und dem Sudan. Was südlich von jener Scheidewand lag, verschwand damals in nebelhafter Ferne. „Äthiopien“, oder auch „Insel Meroe“, waren dafür die gebrauchten Namen. Erst dem 19ten Jahrhunderte war es beschieden, hier aufklärend zu wirken, und eine bleibende Verbindung zwischen Ägypten und dem Sudan zu schaffen. Der kräftige Arm Mohammed-Alys, des so entschlossenen, wie klugen Begründers des gegenwärtigen vizeköniglichen Hauses, vollzog dieses Werk. Ein doppelter Grund trieb jenen Herrscher zu solch einem Wagnis.

Zunächst wohl war es das Gerücht von dem Vorhandensein wertvoller Goldminen in jenen fernen Ländern. Dann zu zweit der Wunsch, mit den hier zu erbeutenden, zahlreichen Sklaven die Lücken seiner, in vielen Kriegen sich abnutzender, Regimenter auszufüllen. Zum Gebrauch Dritter aber bekamen diese beiden Triebfedern eine Umhüllung. Sie lautete : „Beförderung der Zivilisation und des Handels im Sudan“ ! — Ohne großen Widerstand, da den Bewohnern jener Striche die Feuer-137

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