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KAPITEL XXI.
Von Chartüm über Wädi-Halfa nach Assuan.
Um diese weite Strecke von 1296 Kilometern zurückzulegen, bedient man sich auf der ersten größeren Hälfte bis Wädi-Halfa der Eisenbahn, auf der zweiten kleineren Hälfte zwischen Wädi-Halfa und Assuän des Dampfschiffes, da hier ein Schienenweg zur Zeit noch fehlt.
Die Eisenbahnlinie folgt zwischen Chartüm und Abü-Hamed dem östlichen Nil- Ufer, verläßt dann aber den Fluß, weil derselbe hier eine starke Ausweichung nach Südwest macht, und durchquert in gerader Linie die Wüste Korosko, zusteuernd auf das, am Nile gelegene, Dorf Wädi-Halfa.
Dieser Schienenweg entstand erst in den Jahren 1896 und 97, und verdankt seinen Ursprung der Derwischzeit. Er wurde angelegt, um den englischen Truppen, welche nach einem Zaudern von 15 Jahren langsam und vorsichtig gegen das Hauptlager der Mahdisten, in Omdurmän, sich vorschoben, die Rückendeckung zu geben. Die Bahn ist von der englischen Regierung zunächst nur aus strategischen Gründen gebaut, wirft aber heute, bei einem zwar geringen Personenaber um so stärkeren Fracht -Verkehr, bereits eine kleine Rente ab.
1 ) !
) Der Frachtverkehr steigerte sich im Jahre 1903 auf dieser Linie bis zu 25 302 Tonnen. Uni den Verkehr in der angegebenen Weise zu steigern, hat die Regierung, zur Zeit, die Frachtsätze stark herabgemindert. Es geschah dieses besonders auch in Rücksicht auf die im Bau begriffene, so wichtige, Zweigbahn Berber : Sauäkin, auf welche man später den gesamten Export des Sudan abzulenken wünscht. Ebenso wurde der Fahrpreis für die Personen der 3ten Klasse herabgesetzt, weil die eingeborenen Händler es lieben, ihre Waren persönlich zu begleiten. Diese Maßnahmen hatten die Wirkung, daß die Einnahmen dieser Bahn im Jahre 1903 von £ E 185 000 sanken auf £ E 113 000. — pag. 85 der Reports by His Majesty’s Agent, etc., London 1904. — £ E, Ägyptisches Pfund, ist um 2 V2 piaster = 50 Pfennigen mehr, als das Englische Pfund. — 127