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finden sich in dem ganzen Sudan. Ich. mit eigenen Zelten, Koch und Küche versehen, bedurfte der Unterkunft in jener Herberge nicht.. Indessen, nach langer Entwöhnung des Komforts und der Gesellschaft, machte es mir doch Vergnügen, wieder einmal in einem gut gehaltenen Gasthause unter Europäern zu sitzen, und ich ließ mir ein Frühstück in der luftigen und breiten Veranda auftragen. Man sitzt hier, frei den Blick auf die frischen Wasser des Blauen Nils, und drüben auf die Fruchtgärten der Insel Tuti gerichtet, in den kühlen Morgenstunden ganz behaglich. Das „Hotel Chartüm“ bildet im Westen das letzte Haus der Uferstraße, während im Osten das letzte Haus eben desselben Weges das Gordon- College ist. Zwischen beiden Punkten mißt man eine Entfernung von 5—6 Kilometern. Etwa in der Mitte dieses Weges liegen des Generalgouverneurs Residenz, das Regierungsgebäude, die Post und das Klubhaus der englischen Offiziere. Die Zwischenräume auf dieser Linie füllen dann zweistöckige Villen aus, von mäßigem Umfange, in ziemlich übereinstimmender Stilform und im Rohziegelbau gehalten, welche, hinter niedrigen Mauern inmitten frischer Palmengärten stehend, freundlich zu uns herüberblicken. Es sind das die Dienstwohnungen der englischen Offiziere und Zivilbeamten.
Diese Straße, deren nach Norden zu gelegene zweite Seite das Wasserband des Blauen Nils bildet, macht einen in sich abgeschlossenen, frischen und, durch die dazwischen geschobenen Gärten, auch sehr gefälligen Eindruck. Der breite Weg ist, wenn auch nicht gepflastert, doch gut gehalten, indessen nirgends mit einer Ruhebank versehen. Hier bewegt man sich, zumal in den kühlen Abendstunden, mit Vergnügen auf und ah.
Gleichwohl ist dieser Strandweg alles, was die Stadt Chartüm, für jetzt wenigstens, zu bieten vermag; denn die drei anderen, parallel diesem Strandwege landeinwärts laufenden Straßen, die Avenuen de Chedive, de Sirdar und Abbas, existieren vorläufig lediglich in der Idee. Der Besucher würde in ihnen finden nur markierte Straßenlinien, unaufgeräumte Trümmerhaufen und dazwischen hingebaute, ganz vereinzelte Häuser Auch diese sind meistens Regierungsbauten. Denn mit der privaten Bautätigkeit geht es nur langsam hier vorwärts, weil der Handel im Sudan stockt und das Geld den Leuten mangelt.
Hinter diesen vorläufig nur angedeuteten Straßen zieht sich dann ein Kranz von Lehmhütten der Eingeborenen hin, zwischen denen ein ganz lebhaft beschickter Markt abgehalten wird. Außer einheimischen Feldund Gartenerzeugnissen werden aber nur ganz geringwertige Fabrikate europäischen Ursprungs dort angeboten. Matten, sowie anderes grobes Flechtwerk ausgenommen, würde der Reisende originelle und wertvolle, afrikanische Arbeiten der einheimischen Industrie hier vergebens suchen.
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