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KAPITEL XVIII.
In Wäd-Medani und auf dem Blauen Nile.
So hatte denn mit der Ankunft in Wäd-Medani das fröhliche und frische Leben in der Karawane seine Endschaft erreicht. Hier wurden die Lasttiere und die Hilfsmannschaften abgelohnt und entlassen. Die Transportkosten auf der gesamten Strecke zwischen Kassala und Wäd-Medani hatten rund 8 Pfund Sterling betragen, ein geringer Satz, der nur aus dem reichen Angebot und der seltenen Nachfrage erklärbar ist.
Vier Wochen waren wir auf diese Weise gezogen, ohne einen Unfall, ohne einen Regentropfen, selbst ohne einen nennenswerten Verdruß.
Dieses Leben, des Tags im Sattel, des Nachts im Zelte, stärkt Leib und Seele ! Umweht, auf dem Pferderücken, wie auf dem Ruhebette, von stets frischen Luftwellen, kräftigt sich jeder Nerv. Und dann dieses freie Bestimmungsrecht über sich selbst! — Wem sollte das nicht behagen?
Nicht gleich einem willenlosen Frachtgute von Hand zu Hand gegeben, bestimmt man nach eigenem Ermessen des Wanderns Ziel, Art und Maß, der Fahrt Genossen, wie des Ausruhens Ort und Zeit. Nicht belehrt durch das Reisehandbuch über das, was merkwürdig sein soll, sondern selbständig mit dem Auge eines Forschers vorgehend, prüft man das Ferne, wie das Nahe. Was auf dem Wege auffällt, kann mit Leichtigkeit erkundet, mit Muße untersucht und mit dem Stift gemerkt werden. Niemand ruft uns ab, drängt uns, reißt uns fort. Wir bleiben stets die freien Herren unserer Lage. Selbst das Gesetz läßt hier vor unseren Füßen seinen Schlagbaum nicht niederfallen, und die Tyrannei überfeinerter Sitte diktiert hier weder eine bestimmte Form des Lebens, noch ein bestimmtes Kleid. Man kann begreifen, daß Leute, welche in dieser Freiheit groß wurden, später, selbst aus einem Schlosse heraus, und heraus aus Reichtum, Wohlleben und Ehre, heiß nach ihr zurückverlangten.
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