Sudan Archive

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KAPITEL XVII.

Von Gadäref nach Wäd-Medani.i) Zu meiner Weiterreise von Gadäref nach Wäd-Medani brauchte ich sieben Kamele und vier Hilfsdiener. Um die Besorgung dieser Leute und Tiere bemühte sich mit bestem Erfolge der Major Ramzi-Bey-Takir. Die angeworbenen Kameltreiber gehörten zu dem Stamme der Hadenda, welche auf den weiten Flächen zwischen Sauäkin und Gadäref nomadisieren.

Zwei Burschen waren es von dunkelbrauner Farbe, gut gewachsen, mit freundlichem Gesicht und schwarzen, kurzen Locken, welche kraus rings um ihren Kopf standen. Wenn sie schliefen, stießen sie gabelförmige Holzstützen in den Erdboden und legten den Hals in die Gabel, um ihren Lockenbau nicht zu zerdrücken. Der ältere von ihnen hatte drei kaum vernarbte, breite Wunden quer über den Rücken, kleinere in größerer Zahl über Schultern und Arme. Auf diesen Stellen kräuselte sich die noch junge Haut. Auf meine Frage erfuhr ich folgendes : Diese Wunden stammen aus einer Schaustellung her, aus einem Zweikampfe gelegentlich des Hochzeitsfestes eines Kameraden. Der Verwundete genießt zum Dank für seine Bemühung den Vorzug, von seinem Freunde dann einen Monat lang gepflegt und besonders kräftig mit Fleisch, Milch und Zucker ernährt zu werden.

Innerhalb dieser Zeit werden in der Regel die Wunden heil. Beide Hadenda gingen nackt bis auf einen kurzen Schurz um die Lenden.

Dieser Ort ist auf den meisten Karten deutschen Ursprungs geschrieben: Wold-Medina, oder auch Wold-Medine. Offenbar stützt sich diese Benennung auf die Angabe Dr. Junkers „Im Sudan“, pag. 172. Daß sich aber Junker hierin geirrt hat, beweist, außer meiner Behauptung, die Angabe auf pag. 25 der „Rules of Orthography for native names in the Sudan. Cairo. War office 1901. Darnach wären unsere Karten zu berichtigen.

Schoenfeld, Erythräa. 7 97

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