Sudan Archive

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Zugang zum Flusse erwies sich als sehr beschwerlich. Hinter einem breiten Bande gröbsten Gerölles fand sich erst die gesuchte Wasserrinne, so breit wie die des Atbara, aber tiefer und schneller fließend. Indessen waren seine Uferränder so steil und so steinicht, daß die Tiere zum Trinken ein sehr unbequemes Auftreten, und die Leute zum Füllen der Wasserschläuche ein sehr beschwerliches Schöpfen hatten.

Alles dieses wirkte zusammen, daß, einschließlich des nachherigen Abfütterns der Tiere, drei wertvolle Stunden uns an diesem Platze verloren gingen.

Es ist ein schwerer Vorwurf für die englisch-ägyptische Regierung, daß sie an solchen Kreuzungspunkten vielbegangener Karawanenstraßen nicht für einen nähergelegenen Brunnen sorgt ; oder, sollte er nicht herstellbar sein, doch wenigstens an dem Flußufer für bequemere Tränkund Schöpfstellen!

Ich mußte hier wieder an die um so vieles besseren Verkehrseinrichtungen in Erythräa zurückdenken. Es war 1 Uhr nachts, als wir endlich wieder in die Sättel steigen konnten, und setzten nun den Marsch ununterbrochen bis 7 Uhr des Morgens fort. Denn der wasserarme Weg heischte Eile. 64 Kilometer sollten zwischen hier und Wäd-Käbu liegen; also zwei Tagemärsche. Auf so lange, doch nicht weiter, reichte unser Wasservorrat in den Schläuchen. Verspätung wird hier zur Qual. Darum nur einige Stunden der Ruhe im Zelte, dann erfrischender Thee, etwas Arbeit, und endlich die Tageshauptmahlzeit.

Um 4 Uhr ziehen wir weiter! — Zwischen Sonnenunter- und Mondesaufgang liegt eine reichliche Stunde. Sie hüllte sich hier ein in tiefe Nacht. Denn in diesen Breiten ist das der Sonne nachdämmernde Licht von überraschender Kürze. Aber meine Halanga finden den Weg auch durch die Finsternis. Ich sehe ihre weißen Turbane knapp vor mir, und folge. Der eine von ihnen, Osman, hat außerdem eine klangvolle Stimme, und seine melodischen Lieder ziehen weit über die schweigende Ebene hin.

Da geht uns zur Linken ein Feuer auf. Es ist ein Prairiebrand, keine Seltenheit bei dieser Masse hoher, trockener Gräser und den vielen Biwakfeuern abkochender Karawanen. Die Flammen umziehen majestätisch den Horizont, und aus ihrem blutigen Schoß steigt nun, prächtig leuchtend, der Mond auf.

Zuweilen hält mein Reisezug an. Dann drängt sich alles um die Wasserschläuche, und ich selbst verteile becherweise das kostbare Naß in dieser weiten, einförmigen, dürstenden Steppe. Nach meiner Berechnung müssen wir zwischen zwei und drei Uhr morgens in Wäd-Käbu eintreffen. Und das geschieht. Um diese Zeit tauchen Hütten auf einem Hügel zur Rechten auf. Es ist der genannte 89

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