Sudan Archive

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dominierenden Hochebene ein noch kräftiges Erdwerk von zirka 80 Metern im Quadrat, beides aus der Zeit der Derwische herrührend. Meine Halanga nannten den Platz „Wäd-el-Kökker“.

Um Mitternacht erreichten wir die Station Shagerab, nichts weiter als eine öde, trockene, baumlose Fläche, und schlugen hier unsere Zelte auf. Am nächsten Tage, dem 13. Februar, saßen wir um 4 Uhr nachmittags im Sattel, als die Sonnenglut vorüber war; denn es handelte sich wieder um einen Nachtmarsch.

Das nächste Ziel war Mogatta. Hier gabelt sich der Weg nach Gadäref. Östlich führt der eine Strang längs dem linken Ufer des Atbara über Tomat und Soli hin, und dann ein zweiter, in westlicher Richtung, auf gerader Linie, quer durch die Steppe über Wäd-Käbu. Dieser letztere hat den Vorzug, um 24 Kilometer kürzer zu sein, aber den Nachteil großer Wasserarmut.

Dennoch wählte ich ihn, entschlossen, was an Wasserschläuchen wir besaßen, dort in Mogatta füllen zu lassen. Letztere Station erreichten wir 10 Uhr des Abends.

Eine Requba, d. h. eine würfelförmige Hütte aus Bastgeflecht mit flachem Strohdache darüber, stand auf einem Hügel. Durch die offene Tür leuchtete ein helles Holzfeuer und vier einheimische Soldaten, an ihrer Spitze ein Unteroffizier, der Hütte Bewohner, traten hervor. Dieses armselige Quartier war die englische MilitärStation Mogatta. Zwei ähnlich konstruierte, völlig leere Requben, seitwärts stehend, waren bestimmt zur Unterkunft für durchreisende Offiziere. Auf meine Frage nach den Wasservorräten wiesen die Soldaten uns zum Flusse Mogatta hinab, welcher jedoch eine volle halbe Stunde von dieser Station entfernt fließt. Zugleich versuchten sie, meine Leute einzuschüchtern durch Geschichten über Löwen, die im Uferholze, und über Krokodile, welche im Flusse hausen sollten. Statt einer Hilfe bereiteten also diese Burschen uns Hindernisse.

Es war die Gefahr, daß mir durch ihre Aufreizungen der gute Wille meiner Leute versagte, und ich gezwungen würde, mit großem Zeitverluste hier bis an den Morgen zu warten. Wir hatten heute die erste Nacht nach dem Vollmonde. Die ganze Gegend lag hell und durchsichtig vor mir.

Entschlossen bestieg ich mein Maultier, befahl Hassan, die Obhut zu halten über meine Karawane und nahm einen meiner Halanga mit, um allein zum Flusse, mitten in der Nacht, und durch eben jenes, als gefährlich geschilderte, Gehölz hinabzureiten. Da schämten sich denn doch die Kameltreiber, nahmen die Kamele, welche bereits ihre Lasten abgelegt hatten, an die Stricke, griffen nach den leeren Wasserschläuchen, und folgten mir. Wie ich angenommen hatte, zeigte sich kein Raubtier. Aber der 88

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