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für das heiße Klima. Denn diejenige militärische Uniform, namentlich in den Kolonien, ist stets die beste, welche so wenig, wie möglich, von der landesüblichen Tracht sich entfernt. Ihr großer Vorzug besteht darin, daß der Mann sich in derselben wohl fühlt und sie zu behandeln weiß. Außer Kleidung und voller Ernährung bekommen die Leute, an Sold, in den Dienstjahren 1 bis 2: 10 Schillinge; in den Dienstjahren 3 bis 4: 12 Schillinge; in den Dienstjahren 5 bis 6: 15 Schillinge auf den Monat. Nur die Minderzahl unter diesen englischen Söldnern ist verheiratet. In diesem Falle wird ihnen jedoch gewährt eine Zulage zu ihrem Solde, von 10 Pence. Nach Schluß des Konzertes und Besichtigung der Mannschaftsräume luden die beiden jüngeren Offiziere den Major und mich in ihre Messe zum Grab eifrühstück. Wir speisten zu vieren ganz munter; doch gab es weder hier, noch an der Tafel des Majors, Wein oder andere alkoholhaltige Getränke, sondern nur Thee und Sodawasser, was, als dem Klima angemessen, wohl sehr zu loben ist.
So freundlich auch das Entgegenkommen dieser Herren war, dennoch konnte ich mich nicht entschließen, länger als drei Tage in Kassala zu bleiben. Zwei Dinge trieben mich fort: die Stauhstürme und die Termiten! Durch erstere ist Kassala berüchtigt. Sie wehen fünf Monate lang, Tag für Tag, von 10 Uhr des Morgens bis Sonnenuntergang, alles da draußen, wie in den Häusern, mit einer losen Erdschicht überziehend und befleckend. Die Luft verdunkelt sich nicht selten so stark, daß von den massigen Zacken des nahen Djebel-el-Kassala gar nichts mehr zu sehen ist. Wie leicht erklärlich, ward mein wenig dichtes Leinenhaus ein viel besuchter Ablagerungsplatz für diese Stauhstürme; und es mußte jede Stunde darin gebürstet und gefegt werden. Nun die Termiten! — In einen meiner Koffer, welcher nicht ganz dicht schließen mochte, hatten diese Tiere ihren Eingang gefunden und wild darin gehaust. Das Futter der Kleider zeigte sich zernagt und die Lederkapseln des photographischen Apparates angefressen. Der Major erzählte mir, daß sogar das täglich gebrauchte Sattelzeug im Stalle vor diesen Räubern nicht sicher sei.
So setzte ich denn meine Abreise von Kassala auf Dienstag, den 10. Februar, abends 6 Uhr, fest. Der Mond hatte sich fast gerundet, schien so hell und die Nacht war so erfrischend kühl, daß ich beschloß, unseren Marsch in die Nacht-, unsere Rast aber in die Tagesstunden der nächsten Woche zu verlegen.
Da ich auf des Schechs Mohammed Wunsch seine 5 Kamele, die mich hergeführt, auch zur Weiterreise bis Gadäref gedungen, die übrigen Hilfsmannschaften aber in Kassala abgelohnt hatte, so sorgte der Major, in freundlicher Weise, für die Anwerbung neuer Leute ; auch zahlte ich hier denselben, nicht höhere Preise, als in Erythräa.
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