Sudan Archive

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KAPITEL XIII.

In Kassala.

Der Djebel-el-Kassala — (den Namen Djebel-el-Lüz 1 ), welchen Junker angibt, habe ich auf mehrfache Erkundigung hin, von den Eingeborenen nicht bestätigt gefunden) — ist charakteristisch für die an seinem Fuße liegende Stadt. In zyklopenartig zerklüfteter Form springt eine kurze Kette nackter Felsen, ohne alle Übergänge, scharf aus der Ebene auf, in ihren höchsten Zacken bis zu 1000 Fuß sich erhebend. Sie ist der letzte, nach Westen hin vorgeschobene Strang jener zahlreichen, parallelen Bergketten, welche das Hochland von Habesch in der Richtung von Nord nach Süd durchschneiden.

Die Stadt Kassala, am östlichen Ufer des Flusses Chor-el-qäsch gelegen, welcher in seinem oberen Laufe, wo er teilweise die südliche Grenzlinie zwischen Erythräa und Abessynien bildet, auch „Mareb“ genannt wird, ist ein verhältnismäßig junger Ort. Er verdankt seine Gründung dem Ahmed Pascha, welcher als Generalgouverneur des ägyptischen Sudan im Jahre 1840 einen militärischen Vorstoß in diese Gegenden machte. Und sein erster Anfang ist, wie bei so vielen Städten, ein Militärlager. Denn die hier östlich vom Atbara wohnenden Araberstämme waren ursprünglich tributpflichtig dem Sultan von Sennaar gewesen. Nachdem indessen dieses Sultanat durch die 1820 unter Mohamed-Aly erfolgte ägyptische Invasion zerstört war, herrschte in jenen Gebieten eine Anarchie, welche, verbunden mit innerer Zersplitterung, den Ägyptern zu einem schnellen Siege verhalf. Es zeigte sich bald von Vorteil, die gewonnene Position festzuhalten; denn Kassala beherrscht den Eingang in das Tal des Sabderat und damit die Einfallspforte in das Hochland von Habesch. Durch diese Pforte aber 0 Dr. Willi. Junker „Im Sudan“. Leipzig, pag. 111.

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