Sudan Archive

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166 R. Ebner, wertvolle Fundorte von meinem Freunde Dr. 0. v. Wettstein vermehrt wurde, der als Spezialist für Vögel und Säuger an der Reise teilnahm. Zu Pfingsten 1914 nach Wien zurückgekehrt, beschlossen Prof. Werner und ich, die Coleopteren aller seiner Reisen nunmehr gemeinsam bearbeiten zu lassen, doch die bald darauf eintretenden politischen Verhältnisse, sowie meine Abwesenheit von Wien — mein früherer Dienstort war Prag — erschwerten unsere Pläne bedeutend. Auch jetzt ist es noch nicht möglich, alle Familien zu behandeln, doch möchte ich den ersten und anscheinend umfangreicheren Teil schon jetzt publizieren und nicht noch länger hinausschieben. Somit enthält diese Zusammenstellung alle Familien der Adephaga und 14 Familien der Polyphaga, von denen allerdings die Scarabaeidae nur teilweise erledigt sind. Von den besprochenen Gruppen konnten fast alle Exemplare ganz oder wenigstens teilweise determiniert werden; ein unvermeidlich übrig gebliebener Rest erklärt sich namentlich dadurch, daß die Bestimmung in diesen Fällen wegen der ungenügenden systematischen Durcharbeitung solcher Familien oder Gattungen, bisweilen auch wegen eines weniger günstigen Erhaltungszustandes einzelner Stücke kaum durchzuführen gewesen wäre. Wenn ich als Nichtcoleopterologe hier eine Zusammenstellung von Käfern aus Ägypten und dem Sudan gebe, so erfordert dies zunächst eine Begründung. Die Hauptursache ist darin gelegen, daß die Spezialisation in der Bearbeitung dieser Insekten so außerordentlich weit vorgeschritten ist, sodaß eine größere Anzahl von Fachmännern an der Bestimmung mitwirken mußten. Nur von wenigen erhielten Werner und ich eingehendere Bearbeitungen und Notizen, meistens wurden uns nur die Namen oder bestenfalls die Artenlisten mitgeteilt. Um nun eine möglichste Einheitlichkeit zustande zu bringen, beschloß ich, die getrennt erhaltenen Ergebnisse zu vereinigen, sowie durch einen allgemeinen Teil zusammenzufassen; dazu glaubte ich mich umso eher berechtigt, als ich einen ansehnlichen Teil des vorliegenden Materiales selbst gesammelt hatte. Diese Arbeit war mir nur durch weitgehende Unterstützung des Herrn Dr. K. Holdhaus, Kustos am Naturhistorischen Staatsmuseum in Wien, möglich, der nicht nur einen großen Teil der Bestimmungen besorgt hatte, sondern mir auch mit zahlreichen Ratschlägen und Literaturangaben behilflich war, weshalb ich ihm auch hier nochmals bestens danken möchte.

Wie schon früher erwähnt, wurde ein Großteil des Materiales bereits von Ganglbauer determiniert; Holdhaus setzte diese Tätigkeit fort und beschäftigte sich namentlich mit den Ergebnissen der letzten Reise. Von größeren Bearbeitungen ist in erster Linie jene der Curculioniden zu nennen, die von Hofrat Prof. Dr. K. M. Heller (Dresden) besorgt wurde; sie enthält auch die Beschreibung von zwei neuen Gattungen und drei neuen Arten. Dr. M. Bernhauer (Hörn, Nied.-Öst.) behandelt die Staphyliniden und führt zwei neue Arten auf; Dr. F. Ohaus (Berlin) lieferte einige Notizen über die Rutelinae. Die artenund individuenreiche Familie der Tenebrioniden bestimmte Regierungsrat Prof.

A. Schuster (Wien) unter Beigabe einer Artenliste und einer Neubeschreibung. Kleinere Bestimmungen besorgten ferner die Herren H. Gebien (Hamburg), R. Kleine (Stettin), A. Knisch (Wien), Hofrat H. V. Krekich-Strassoldo (Graz), J. Moser (Berlin) und Kustos S. Schenkung (Berlin). Allen diesen Herren danke ich nochmals bestens für ihre Unterstützung. Die Liste dieser Mitarbeiter wird im zweiten Teil bei den noch ausständigen Familien eine bedeutende Vermehrung erfahren.

Naturgemäß sind wir über die Coleopterenfauna Ägyptens weit besser unterrichtet als über jene des Sudans. Die früher so leichte Zugänglichkeit des Pharaonenlandes, die bequemen Verkehrsmittel und die Sicherheit des Gebietes führten eine große Anzahl von Sammlern dahin, deren Ergebnisse in den verschiedensten Zeitschriften der Wissenschaft übermittelt wurden. Vor allem sorgt aber die Societe Entomologique d'Egypte, die ihren Sitz in Kairo hat, durch ihre Zeitschriften (Bulletin und Memoires) für die Vermehrung unserer Kentnisse über die Insektenfauna. Die Arbeiten von A. Alfieri, A. Andres, L. Bedel, R. Boehm, H. du Buysson, J. Clainpanain, G. Ferrante, W. Innes Bey, Ch. Kerremans, M. Pic, E. Reitter, F. C. Willcocks und anderen bringen eine Menge Angaben über Systematik und Biologie ägyptischer Coleopteren und wurden teilweise auch bei meiner Zusammenstellung benützt.

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