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Dritter Theil. Wissenschaftliche Resultate. 27 Wiss. zu Wien, Math.-naturw. KL, XV, S. 56). Die be­ deutende Verschiedenheit, welche diese Beobachtungen für die mittleren Temperaturen z. B. von Januar und Juli geben, muss dem Umstande zugeschrieben werden, dass die Mittelwerthe nur aus Beobachtungen am Tage abgeleitet sind und dass in den stets heiteren Monaten Januar und Februar bei Tage die Temperaturcurve sehr hoch ansteigt, um Nachts rasch zu sinken, während in den Monaten des,Regens und des bedeckten Himmels die Curve sich einer geraden Linie nähert. Im letzteren Falle ändert die Zuziehung der Nacht­ beobachtungen wenig am Tagesmittel, im ersteren dagegen würde diese Zuziehung das Mittel erheblich verringern. Die Berechnungsmethode aus Maximum und Minimum giebt des­ halb zuverlässigere Mitteltemperaturen. Das aus ßtägigen Novemberbeobachtungen Pruyssenaere’s gefundene Mittel von 29°.5 ist, wie man sieht, gleich dem des Februar, während bei Dovyak nach Kreil’s Berechnung das Novembermittel um 5 ° C. unter dem Februarmittel bleibt. — Ich finde bei Pruyssenaere noch die Angaben für die mittlere Juli-Tem­ peratur = 26°.5 und für August = 26°.4, aber ohne weitere Bemerkungen über die Art der Ermittelung.

b. Wind, Regen und Gewitter (von de Pruyssenaere selbst bearbeitet). Die ersten Regen des Jahres fallen am Kir zwischen dem 1. und 20. März und es geben 4—5 Regen ungefähr 12 cm Regenhöhe. Die Frühlings-Tag- und Nacht-Gleiche scheidet die Zeit der constanten Nordwinde von derjenigen der Südwinde; sie ist bezeichnet durch eine dem Aequinoctium gewöhnlich unmittelbar folgende Epoche heftiger Windstösse von veränderlicher Richtung, begleitet von Gewittern und wolkenbruchartigen Regen. 9 Regen in dieser Zeit ergaben etwa 32 cm Höhe. In den ersten Apriltagen folgt den Stürmen eine ziemlich ruhige Zeit mit wenig Regen, die in deutlicher Weise die Aequinoctialregen von der eigentlichen Regenzeit scheidet, die am 15. Mai, 1 Monat nach Durch­ gang der Sonne durch das Zenith, eintritt. In dieser Zwischen­ zeit geben 5 oder 6 Regen ungefähr 15 cm Höhe. Vom 15. Mai an beginnen die Regen aber mit manchmal sehr beträchtlichen Unterbrechungen bis zu 20 Tagen. Nament­ lich ist sehr bemerklich, dass gegen die Mitte der Regenzeit (Ende Juni) die Regen an Stärke abnehmen, was offenbar von der grossen nördlichen Declination der Sonne zur Zeit der Sonnenwende bedingt ist, und dass vom 1. September an, nach dem Rückgang der Sonne durch das Zenith, eine Verstärkung der Regen eintritt, die um so mehr auffällt, als die dann völlig mit Feuchtigkeit getränkte Erde nicht mehr wie im Anfang der Regenzeit die Regen in ihren Spalten und Hohlräumen absorbiren kann, sondern nun an­ fängt, überall Tümpel und Sümpfe zu bilden. Im Oktober vermindern sich die Regen rasch und man kann die Regen­ zeit mit dem 1. November nach 5 ,/2moaaÜicher Dauer als geschlossen ansehen. In dieser Zeit fallen etwa 50 tüchtige Regen, ohne Rücksicht auf die kleinen ; sie geben manchmal bis zu 17 cm Wasser, aber ihre Gesammtsumme kann man ungefähr auf 250 cm berechnen. Diese Menge ist indessen sehr veränderlich, selbst für nahe bei einander gelegene Orte. Die 4 Monate November bis Februar bilden die trockene Jahreszeit, sind aber trotzdem nicht regenlos ; es fallen in ihnen zusammen etwa 5 schwache Regen mit zusammen 5 cm Wasser, so dass sich die jährliche Regenmenge in roher Annäherung zu 314 cm ergiebt. Es ist selbstver­ ständlich , dass Anfang, Ende und Stärke der Regen von Jahr zu Jahr etwas veränderlich ist.

Schnee ist unbekannt; Hagel selten, jedoch hat es, so weit meine Kenntniss reicht, bei den Kiè zweimal im Sommer gehagelt. Ich selbst habe nur einmal in Rosaires im Mai und einmal in Hartum im Juli Hagel erlebt.

Eis ist ebenfalls unbekannt (doch habe ich selbst in Ober-Ägypten einmal solches an einem Januarmorgen ge­ sehen und wie ich von Arabern hörte, bildet es sich auch manchmal in den Bergen der Etbaye).

Die Winde sind wie in Hartüm. Die Nord- oder Nordost-Winde zeigen sich schon im Oktober, aber selten; im No­ vember, wo sie in Hartüm allgemein sind, sind sie es unter 12 ° N. Br. noch nicht und südlich natürlich noch weniger. Im Dezember herrschen sie am Kir regelmässig, ebenso im Januar und auch noch im Februar, wo indessen der Süd­ wind schon auf dem unteren Weissen Strom und selbst auf dem Kir erscheint. Die Nordwinde wehen stark, beständig und sehr wenig durch veränderliche Winde unterbrochen. Im März erscheinen die variabelen Winde aus Ost und Süd und den zwischenliegenden Strichen mit heftigen Stössen. Ihnen folgt eine ruhigere Zeit, in welcher der Süd- oder Südost-Monsun sich ausbreitet. Dieser dauert in voller Stärke bis Ende September, weht aber weder mit der Regelmässig­ keit noch mit der Stärke der Nordwinde, weil er häufig durch Ostwinde unterbrochen ist und weil die Gewitter und die überall reichlich niederfallenden Regen eine Menge ver­ schieden gerichteter Luftströmungen erzeugen. Im Oktober und November vollzieht sich der Übergang durch West in Nord, häufig durch die zufälligen und die Ost-Winde unter­ brochen, so dass dieser Übergang viel weniger in die Augen fällt, als der im Frühling von Nord durch Ost nach Süd. Auch finden um das Herbstäquinoctium die heftigen Stürme des Frühlingsäquinoctiums nicht Statt.

Die Regen sind mit wenigen Ausnahmen Gewitterregen und diese Gewitter sind von unglaublicher Heftigkeit und Dauer. Nur wenige finden am Morgen Statt; die grosse Mehrzahl vertheilt sich auf den Nachmittag und die Nacht. Gegen unsere Gewitter haben sie gewisse Unterschiede auf­ zuweisen. Der erste ist der, dass, während in Europa ein Platzregen gewöhnlich das Gewitter zu beendigen pflegt, diess hier durchaus nicht zutrifft, indem die heftigsten Güsse nicht im Geringsten die Heftigkeit des Gewitters vermindern. Der zweite Unterschied liegt in der ausserordentlichen Selten­ heit der Blitzschläge. Ich habe unaufhörlich ungeheuere Wälder durchstreift, ohne jemals einen vom Blitz getroffenen Baum zu finden, wie man sie in unseren Klimaten überall sieht; ich habe auch eine Menge Neger und Gâllâ befragt und niemals von ihnen gehört, dass der Blitz eine Hütte angezündet oder einen Menschen oder ein Thier erschlagen hätte. Auch im Ägyptischen Sudan sind die Blitzschläge äusserst selten; trotz aller meiner Nachfragen habe ich dort nur von 3 Fällen gehört, von denen einer die Stadt Hartüm betrifft und schon vor etwa 10 Jahren Statt gefunden hat. Diess hängt ohne Zweifel zusammen mit dem dritten Unter­ schiede, dass nämlich die Gewitterwolken mir immer viel höher zu schweben schienen als in Europa und dass oft die Entladungen zwischen leichten, cirrusähnlichen, sehr hoch-4*

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