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49 damit Gegenstand allgemeiner Achtung und Vcrehrung. Wenn ein Mann irgend eines Verbrechens angeklagt wird, so lasst ihn der Kudjur die Abkochung eines gewissen Krautes trinken. Sobald der Patient dies eingenommen hat, wird er von einem brennenden Durst verzehrt und muss ungeheure Mengen Wasser trinken. Giebt er das Wasser von sich, so gilt er fur unschuldig; behalt es aber der Magen bei sich, dann wird der Ungliickliche krank, stirbt wohl auch, und wird fur schuldig befunden und nach den Landesgesetzen verurteilt.
Der Bari tragt keine Kleidung und hat nicht einmal [das Feigenblatt des ersten Menschen; selbst die Haare kann er nicht leiden und lasst sich den ganzen Kopf rasieren, reisst sich auch die Augenbrauen und Augenwimpern etc. aus und duldet am ganzen Kórper kein einziges Haar. Sein Rasiermesser ist irgend eine gescharfte und gut schneidende WafFe, eine Lanzen- resp. Pfeilspitze oder ein Messer. Die Augenbrauen, Augenwimpern u. s. w. bedeckt er mit angefeuchteter Asche, damit die Haare seinen Fingern nicht entgleiten, und reisst sie einzeln aus. Stets besorgen die Weiber das Geschaft eines Barbiers fur die Manner und unter ihresgleichen erweisen sie sieli gegenseitig diesen kleinen Dienst.
Die Frau allein bedeckt sich die Hiiften mit einem Stiick Feli, das sie vom Giirtel herabhangen lasst. Der Bari ist im allgemeinen kein grosser Held; ohne ein Hasenfuss wie der Tuitsch zu sein, greift er nur in Fallen dringender Not oder wenn er von seinem Hauptling gezwungen wird, zu den Waffen, Lanze und Pfeil. Die Industrie bei den Bari beschrankt sich auf Herstellung ziemlich gut gemach ter Thontópfe, Eisenperlen und Waffen, die zwar wenig elegant, aber bemerkenswert solide sind. Eine besondere Geschicklichkeit zeigt der Bari in der Herstellung der Eisenperlen, die er in kaum Stecknadelkopfgrósse mit einer geradezu wunderbaren Genauigkeit anfertigt.
Unter den Produkten des Bezirkes Lado sind zu erwahnen: Salz, das sich in Unjati bei Laó-ffiMet, ferner das vegetabilische Vita Hassan. 4