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28 nicht umgehen kbnnen, Sklaven unter irgend welchem Namen zu kaufen oder zu besitzen. Die Dienste jemandes kaufen, d. h. ihn ais bezahlten aber freien Diener annehmen, ist im Ssudan ein Unding. Der Schwarze kennt das nicht. Der Schwarze versteht die Sklaverei, der er sich unterwirft, so lange es ihm gefallt oder er nicht entfliehen kann, aber das Dienstverhaltnis versteht er nicht. Was wiirde der Europaer in diesen Landem anfangen, wenn er keine Sklaven kaufte? Wer wiirde ihm die Durra mahlen, Teig machen und Bród backen? Wer wiirde ihm auf dem Gebirge, im Urwalde oder im Dornengebiisch der Wiiste sein Feuerholz suchen? Wer wiirde ihm jene tausend Arbeiten und kleinen Verrichtungen ausfuhren, die man auf Schritt und Tritt braucht, die er nicht einmal in Europa besorgen konnte, geschweige denn in Afrika, wo er Blut und Wasser schwitzen wiirde, bevor er sich einen Bissen schwarzes Durrabrod zwischen die Zahne stecken konnte? Es ist demnach unmóglich, die Humanitatstheorien von Freiheit und Gleichheit praktisch auszufiihren. Man muss vorher den Neger zum Verstandnis der Kenntnisse erziehen, die er bisher nicht besitzt. Ja noch mehr, der Europaer erweist dem Sklaven einen Dienst, und die Sklaverei, statt mit den Humanitatsideen in Widerspruch zu stehen, hilft vielmehr sie durchfiihren. Denn der Sklave, den wir in unsern Dienst nehmen, bleibt in seinem Lande und mitten unter den Seinigen, erhalt seinen Lebensunterhalt leichler und besser, braucht im allgemeinen keine iibermassigen Anstrengungen zu ertragen und lebt in sicherem Schutze vor den tausend Gefahren, die ihn in seinen Bergen umgeben. Er unterscheidet sich demnach wenig von dem bezahlten Dienstboten. Der einzige Unterschied besteht eben nur darin, dass er sich nicht den oder jenen Herrn selbst wahlen kann; er selber aber giebt nichts auf diese freie Wahl, da er sie selbst nicht auszuiiben versteht. So oft einige Beamten nach Chartum abreisten und ihre Sklaven in Freiheit gesetzt wurden, war das Weinen und die Verzweiflung dieser nun herrenlos gewordenen Leute geradezu herzzerreissend. Ais Emin wahrend unserer Gefangen-