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der gewissermassen ein Abbild ihrer prachtigen Walder ist. Ihre Beschaftigung ist vor allem die Biiffel- und Elefantenjagd; doch bauen sie auch Mais, Sesam und Kurbisse an, die, am Feuer ge- róstet, ein beliebtes Essen sind. Ferner halten sie zahllose Ziegen- heerden, die sie in dem Urwalde weiden lassen, wo zwischen den Stammen Unmengen von Blumen wachsen, die dem Fleisch der Tiere einen ausgezeichneten Geschmack verleihen. In Folgę dieser reichen Nahrung sind die sonst so mageren und diirren Tiere von einer auffallenden Schónheit.
Ein Ziegenbock war Emin ais Geschenk gegeben worden. Nachdem er unseren Leuten ein herrliches Mahl geliefert hatte, blieben noch mindestens 25 Rotl1) Fett iibrig, das der Koch des Gouverneurs ausgeschmolzen hatte.
Um die Schónheit der Urwalder Latuka’s zu beschreiben, miisste man die Feder eines Dichters besitzen. Tausende von Baumen im prachtigsten Griin, die ihre Aeste bis zu einer Hóhe von 50 Metern und mehr emporsenden, dichte und undurchdring- liche Dickichte, die sich stundenlang wahrend des Marsches fortsetzen; und unter diesen Riesendomen ein hoher, dichter, griiner Teppich, iibersat mit tausenden von Bliiten der verschiedensten Farben und Formen, die einen feinen und durchdringenden Geruch verbreiten. Unzahlige Vógel mit ebenso lebhaften und ver- schiedenen Farben wie die Bliiten beleben diese seltsame Waldes- stille mit ihrem bestandigen Gezwitscher und dem Gerausch der Fliigelschlage, wenn sie durch das dichte Laubwerk streichen. Alles das erftillt mit Erstaunen und Bewunderung und nirgends weiter, weder in Afrika noch sonst, habe ich ein so herrliches Schauspiel zu sehen bekommen. Die Schónheit des Urwaldes, die wirklich angenehme Temperatur des Klimas, kóstliches und iiberreiches Wasser, alles dies macht Latuka zu einem Paradies, das man nicht mehr verlassen móchte.
Nachdem wir die Stationen Okello, Tarangole, Wataku und Faradjok, in welch letzterer wir zwei Tage blieben und wo Lupton
’) Ein Rotl = 445 Gramm. B. M.