Sudan Archive

K A P IT E L II.

Reise nach Bór. Emin’s Sohn Fachri. Abreise nach Latuka. Annexion von Latuka. Die Urwalder von Latuka. Emin und Lupton. Die Leute von Latuka. Schónheit von Latuka. Leichtigkeit, mit der die Neger sich assimilieren. Die Sklaverei. Anecdote iiber die Sklaverei. Neue Methode des Hauserbaus in Ladó.

Mein Haus. Das Hospital und die Apotheke. Krankheiten am Aequator.

Ich war kaum eine Woche in Ladó, ais ich auf Vorschlag Emin Bey’s mit ihm an Bord des Dampfers Tell Hawein auf eine Inspectionsreise nach der Station Bór aufbrach. Wahrend der ersten drei Tage in Bór besuchte ich die Kranken, pflegte sie und gab ihnen Arzneien, wogegen Emin Bey die Biicher der Magazine controlirte, Uniformen an die Truppen verteilen liess und sich iiber die Lagę der Dinge orientierte, indem er jeden fragte, ob er eine Ursache zur Unzufriedenheit habe. Er bekam so Beschwerden und Reclamationen zu hóren, untersuchte sie und schaffte Recht, wo es not that; er liess die Truppen defilieren, ermahnte sie, der Regierung treu und gehorsam zu dienen, beforderte verdiente Soldaten, um sie aufzumuntern und die andern anzuspornen, ihrem Beispiel zu folgen; mit einem Wort, er bekummerte sich mit einem geradezu wunderbaren Eifer und vaterlicher Fursorge um die ge- ringsten Sachen zu dem Zweck, unter den Truppen und der Be- vólkerung Zufriedenheit und Ordnung zu erhalten. Am dritten Tage schifften wir uns wieder auf dem Dampfer ein, der drei Kanonenschiisse abfeuerte; seit Gordon Pascha ist es Brauch, eine Ehrensalve von drei Kanonenschiissen bei der Ankunft oder Ab- reise des Mudir abzugeben. In dem Augenblick, wo der Gouvemeur an Bord stieg, prasentierten die am Ufer aufgestellten Truppen das Gewehr unter dem Rufę: Es lebe der Chedive! Kaum waren wir

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