Sudan Archive

Open the original scan

205 grossen Schukrije-Stammes, iibertragen. Auad el Kenm versammelte einige Tausend Leute, schlug Walad el Scherif, tótete ihn und schickte seinen Kopf nach Chartum zu Giegler. Zur Belohnung wurde ihm die ganze Beute iiberlassen.

Vor Bara und el Obeid ging die Belagerung weiter. Sie dauerte schon lange; die Derwische unternahmen einen Sturm nach dem anderen und die Soldaten und Einwohner, welche samtlich die Waffen ergriffen hatten, widerstanden mit dem ganzen Mut der Verzweiflung, da sie die Schandthaten der Mahdisten, Raub und Niedermetzelung ihrer Feinde erfahren hatten.

Mohammed Ahmed hatte inzwischen den Berg Gadir verlassen und mit dem Gros seines Heeres bei Kaba, i 1 / Stunden siidlich von el Obeid, ein Lager bezogen. An einem Freitag riickte er an die Stadt heran und unternahm einen furchtbaren Sturm. Da sie aber gut befestigt und zum aussersten Widerstand entschlossen war, wurden -die Angreifer auf eine Weise empfangen, die den Verteidigern Ehre machte. Die dichte Masse der Mahdisten walzte sich wie eine Heuschreckenwolke gegen die Stadt, aber das gut unterhaltene Geschtitz- und Gewehrfeuer riss breite Liicken in ihre Massen und ihr Verlust an diesem Tage belief sich auf fast ioooo Mann. Trotzdem unternahmen sie immer wieder neue Angriffe, mussten sich aber jedesmal mit Verlust zuriickziehen.

Jedoch war in el Obeid wie in Bara schon Hungersnot eingetreten. Die Lebensmittel waren erschópft und man begann alle Tiere zu essen und schliesslich Felle, Gummi und alles, was man irgendwie verschlingen konnte, zu verzehren. Die Preise der Lebensmittel waren zu einer fabelhaften Hóhe gestiegen; z. B. wurden fur eine Kele Mais (ungefahr 15 Liter) 120 Thaler 500 Francs bezahlt. Bara konnte nicht langer widerstehen und musste sich iibergeben. Alle Einwohner wurden zum Mahdi nach Kaba gebracht. Er liess die hauptsachlichsten Offiziere, Beamten und Notabeln vor die Befestigungen von el Obeid fiihren, um den Yerteidigern

Text produced by OCR — report an error