Sudan Archive

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IÓ2 mehr ais 30 Jahre in einer bis dahin vollstandig unbekannten Ruhe und gedeihlichen Entwickelung vergangen. Die Ausdehnung des Handels, des Ackerbaues und der Industrie hatten der Bevdlkerung einen erheblichen Wohlstand gebracht, den man zu erhalten naturlich eifrig bestrebt war, weshalb die Nachricht von der Raumung des Ssudan alles in die grósste Bestiirzung versetzte. Die Hauptlinge der bedeutendsten Stamme und die hervorragendsten Notabeln und Kaufleute wurden in einer Gesamteingabe an den Vizekónig vorstellig, sie nicht zu verlassen, damit das Land nicht in die friihere Anarchie zuriickfiele. Ssaid Pascha schenkte ihrer Bitte Gehór und stellte die Regierung des Ssudan, aber jetzt auf neuer Basis, wieder her. Zunachst teilte er das Land in fiinf Provinzen: 1. die Provinz Chartum, welche Ssennar und Fasoglu, d. h. das ganze Gebiet zwischen dem weissen und blauen Nil umfasste, und dereń Verwaltung Arakel Bey iibertragen wurde; 2. die Provinz Kordofan mit Ali Osman Sebastopol ais Gouverneur; 3. die Provinz Taka oder Kassala, welche Elias Bey erhielt; 4. die Provinz Berber, zu dereń Gouverneur Ibrahim Bey ernannt wurde; und 5. die Provinz Dongola.

Jedoch wurde der Sklavenhandel von Ssaid Pascha abermals verboten, welcher die humanen Gesinnungen seines Grossvaters teilte. Da er aber einsah, dass ein blosses Verbot nicht geniigte, richtete er auf mehreren Punkten Stationen ein, welche gleichzeitig fiir die óffentliche Sicherheit zu sorgen und die Gallaba (Sklavenhandler) wirksam zu iiberwachen hatten. Der Sturm, der einen Augenblick beschworen war, erschien drohender denn vorher. Auch in der Wiiste von Korosko zwischen Assuan und Wadi Halfa wurden Militarstationen gegriindet, um die stets schwierige und gefahrliche Strasse durch die Wiiste zu sichern.

Die Riickreise Ssaid Pascha’s nach Aegypten geschah aul der Route Atmur Gabra, dem ptaktikabelsten Wege, da Wasser und Lebensmittel auf ihm sehr leicht zu beschaffen waren. Vor seiner Riickkehr hatte Ssaid ein Expeditionskorps unter dem Befehl des Obersten Osman Bey el Ssudani zur Unterwerfung

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