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— 93 dort der Befehl gegeben war, kein Schiff ohne spezielle Erlaubnis von Chartum passieren zu lassen. Was war also passiert? Nach den Aufklarungen, die uns gegeben wurden und die den Brief Lupton’s bestatigten, hatte der Mahdi die Insel Aba mit allen seinen Leuten verlassen und sich nach dem Berge Gadir in der Provinz Faschoda begeben. In Kawa erfuhren wir gleichzeitig die Riickberufung Reuf Paschas und seine Ersetzung durch Abd el Kader Pascha. Reuf Pascha war schon auf der Riickreise in Berber angelangt; Emin telegraphierte ihm, dass er gekommen sei, um ihn in Chartum zu sehen und dass er seine Abreise sehr bedauere. Reuf Pascha antwortete ihm telegraphisch: auch ihm sei unangenehm, dass er ihn vor seiner Abreise nicht habe sehen kónnen und versicherte ihn seiner Freundschaft. Wahrend dessen war eine Depesche von Chartum angekommen, die unserem Schiffe weiter zu fahren erlaubte. In Chartum wurde Emin bei seiner Landung von den ersten Beamten und Notabeln der Stadt empfangen, worunter sich der Untergeneralgouverneur Giegler Pascha, Bussati Bey Madani, der ehemalige Sekretar Gordon’s, jetzt Finanzdirektor, der Sekretar Marcopulo Bey, die Consuln von Oesterreich und Italien befanden. Er war kaum an’s Land gestiegen, ais die von Emin aus Ról ausgewiesenen Danakla sich vor Giegler drangten und um Gerechtigkeit schrieen. Man entfernte sie, und Emin nahm die von dem Pascha angebotene Gastfreundschaft an.
Chartum war zu dieser Zeit in grosser Aufregung. Der unerwartete Aufstand des Mahdi beunruhigte jedermann, und ebenso phantastische wie widersprechende Ansichten wurden allenthalben verbreitet. Man riistete damals schon die Expedition von Jussuf Pascha el Schelali aus, die leider ein tragisches Einde nehmen sollte. Am Abend empfing Giegler einen Brief von dem neuen Generalgouverneur Abd el Kader Pascha, der ihm seine Ernennung zum Generalinspector ftir die Abschaffung des Sklavenhandels mitteilte, gleichzeitig ihn aber aufforderte, auf seinern Posten ais Untergeneralgouverneur bis zur Ankunft seines Nachfolgers zu verbleiben. Am folgenden Tage bezog Emin eine