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Nach deſſen Entfernung aus Agypten war der Nationalismus für einige Zeit eingeſchlafen, bis er von dem jungen Muſtafa Ka⸗ mil zu neuem Leben erweckt wurde. Dieſer hatte, dem Zuge ſo mancher ſeiner Landsleute ſeit Muhammed Ali Paſchas Zeit fol— gend, in Frankreich einige Jahre ſtudierens halber zugebracht, war dort mit den englandfeindlichen Kreiſen bekannt geworden und hatte in ſich den Beruf zum Befreier Agyptens vom engliſchen Joch entdeckt. Als er 1893 ſeine Laufbahn als Politiker begann, zählte er ſiebzehn Jahre. Mit dem Gelde ſeiner Anhänger gründete er 1900 die Tageszeitung „Liwa“ („Fahne“), die an Schärfe der Oppoſi— tion das ältere Blatt „Muaijad“ des Scheich (ſpäter Paſcha) Ali Juſſuf überbot und bald die verbreitetſte Zeitung in Agypten wurde.
Lord Cromer ließ ihn gewähren, und da er von der eigenen Jugend her zeitweiſe noch liberale Anwandlungen hatte, legte er den Ti— raden dieſer Blätter keine Bedeutung bei. Er ſagte einmal (Jahresbericht für 1906), daß er jahrelang dieſe Preſſe aufmerkſam ver— folgt, aber keinen einzigen brauchbaren Gedanken in ihr gefunden habe. Das einfachſte Mittel, dieſe Agitation einzudämmen, wäre eine Beſchränkung der zügelloſen Preßfreiheit geweſen, die in Agypten weniger denn in irgendeinem andern Lande am Platze war. Aber Se. Lordſchaft war der unerſchütterlichen Überzeugung, daß Preßfreiheit eine Art Sicherheitsventil ſei, durch das der Überſchuß politiſcher Leidenſchaft verpuffen müſſe, eine unverſtänd— liche Anſicht in einem Lande, wo bei der allgemeinen Unwiſſenheit (mindeſtens neunzig Prozent Analphabeten), die durch religiöſen Aberglauben beſtärkt wurde, jedes Stück bedrucktes oder beſchrie— 45