Sudan Archive

Open the original scan

im Herbſt 1903 auf, Cogordan, um Direktor im Auswärtigen Amt in Paris zu werden — wo er ſchon im nächſten Jahre ſtarb — während Gorſt als Unterſtaatsſekretär für das Auswärtige nach London ging. Es wurde vermutet, daß die beiden am Zuſtande— kommen der Entente cordiale, dem folgenſchweren Abkommen vom April 1904 am meiſten beteiligt geweſen ſeien. Der gefügige und gewandte Gorſt ſchien der Londoner Regierung der rechte Mann zu ſein, den neuen Kurs in Agypten zu ſteuern, bei dem Cromer nicht hatte recht mittun wollen. Die von ihm zu ſtraff angezogenen Zügel ſollten gelockert, die Nationaliſten durch Gewährung von allerlei Freiheiten gewonnen werden. Aber die Erbſchaft eines ſo großen Mannes wie Cromer anzutreten, wäre auch dann keine leichte Aufgabe geweſen, wenn der Nachfolger kräftiger als Gorſt geweſen wäre. Schon nach feinem Nußeren war er nicht der Mann, Cromer zu erſetzen. Klein, faſt verwachſen zeigte er ſich häufig in einem Sportanzuge, womöglich noch ohne Mütze. Bald wurde er in der Öffentlichkeit überhaupt nicht mehr beachtet. Es ging ihm aber der Ruf eines klugen Kopfes und gewandten Fi— nanzmannes voraus; dabei war er perſönlich wohlwollend und zweifellos von dem beſten Willen beſeelt. Ohne ſeine Fähigkeiten in Zweifel zu ziehen, muß man ſich doch billig darüber wundern, daß er dem Ruf der Londoner Regierung Folge geleiſtet hat. Ein: verſtanden wie er mit deren ägyptiſcher Politik war, auf eine Autonomie hinzuarbeiten, glaubte er zwar, daß das Land dafür vorläufig noch nicht reif ſei, hätte aber wiſſen müſſen, daß die Na⸗ tionaliſten der gegenteiligen Anſicht waren und eine Verfaſſung 43

Text produced by OCR — report an error