Nachdem er fich von einem franzöſiſchen Schmeichler, dem Comte
Serionne, hatte lang und breit verhimmeln laſſen, gab er eine Art
Rechenſchaftsbericht über ſeine Arbeit in Agypten. Die heftigen
Ausfälle gegen den Khedive ließen den Schluß zu, daß er auch ihn
für einen Urheber ſeines Sturzes hielt, und die große Freundſchaft,
die dieſen mit ſeinem Geſchäftsfreunde, dem damals am Londoner
Hofe allmächtigen Erneſt Caſſel verband, mochte einen ſolchen
Verdacht allerdings nahelegen. Sein Abgang von Kairo am
6. Mai vollzog ſich faſt unbemerkt. Jedenfalls fanden keine Ab⸗
ſchiedsſzenen ſtatt, wie bei ſeines Vorgängers Iſmail Paſchas
Abreiſe, die er fo pathetiſch ſchildert (I, 141) und die Leichenrede,
die er dieſem hält (J, 144), paßt Wort für Wort auf ihn ſelbſt: „He fell as victim to ößpıs the insolent abuse of power.“ Faſt
denſelben Ausdruck gebraucht fein alter Freund Dicey (Egypt of
the futur 188) von ihm: the inordinate love of power.
Wenn in der vorſtehenden Schilderung von Cromers Tätig—
keit die Schattenſeiten des Mannes etwas ſtärker betont worden
ſind, ſo iſt das nur aus dem Grunde geſchehen, weil ſie von ſeinen
Lobrednern beharrlich verſchwiegen werden. Man hört immer nur
von ſeinen Verdienſten um das Land, aber nichts davon, daß er
es direkt und undirekt auch ſchwer geſchädigt hat. Um nur ein Bei—
ſpiel zu nennen, ſo hat noch keiner von ihnen die Geſchichte des
Verkaufes der ſtaatlichen Dampferflotte zu erklären verſucht. Vier
größere und etwa ein Dutzend kleinere Dampfer ſamt Werften,
Docks, Hafenanlagen uſw. wurden 1898 einer engliſchen Privat:
geſellſchaft für 180000 ägypt. Pfund, knapp der Preis eines
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