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akazien in herrlichen Exemplaren, welche soeben ihr junges Laub ansetzten.
Die Gegend macht einen menschenleeren Eindruck, und doch, wie viele könnten auf diesen weiten, augenscheinlich fruchtbaren Strecken sich ernähren. Dafür behauptet jetzt hier seinen Platz reichliches Wild. Antilopen sahen wir in ganzen Pudeln, Perlhühner in langen Ketten, und viele Hasen. Meine Leute zeigen, angelockt durch diese Beute, eine große Neigung, die Marschlinie aufzulösen und zur Jagd auszuschwärmen. Zweimal machen wir zu diesem Zwecke Halt, die Schüsse knallen, und die Strecke deckt schon reichlich den Bedarf des Abendtisches. Doch eine Antilope, unser Wunsch, bleibt heute uns versagt. Diese Tiere sind, trotzdem die Gegend so menschenleer ist, merkwürdig vorsichtig, und lassen sich schwer anschleichen. Wir überschritten an diesem Tage sechs ansehnliche Flüsse. Vor der Mittagsrast den Mogureije, den Hadasalat, den Awdö und den Daüra; nach der Mittagsrast den Olfdab und den Cherü. Sämtlich sind es Zuflüsse von Südwest her für den Barca, den Hauptstrom von Erythräa. Man kann aus dieser langen Reihe von Namen schließen, wie kulturfähig das Land ist, da ja alle Kulturarbeit, welche der Mensch angreift, in ihrem Erfolge abhängig ist von dem fruchtbringenden Naß. Am linken Ufer des breiten Daüra sattelten wir ab, uns unter schattigen Bäumen lagernd. Im Flußbette vor uns waren in der bereits beschriebenen Weise Brunnen angelegt, und es tranken an den Schalen zahlreiche Herden von Rindvieh, Kleinvieh und Eseln. Pferde bemerkte ich nur selten. Doch auch hier war das Vieh von der ausgezeichnetsten Beschaffenheit, groß und spiegelblank ; Exemplare, welche auf unseren Ausstellungen mit ersten Preisen bedacht werden würden.
Der Nachmittagsritt, um 3 72 Uhr angetreten, zog sich ziemlich langhin. Die angeblichen 18 Kilometer wollten gar kein Ende finden. Und erst um 7 Uhr abends trafen, wir auf der Telegraphenstation „Cherü“, am Ufer des gleichnamigen Flusses, ein. Das bescheidene, aber freundlich gelegene Häuschen besaß außer zwei kleinen Zimmern für die, als Telegraphisten hierher kommandierten beiden italienischen Soldaten keinerlei Wohngelegenheit. So wurden denn rasch meine Zelte aufgeschlagen, und der zunehmende Mond leuchtete uns freundlich bei diesem Geschäfte. Die Küchenfeuer entzündeten sich schnell; aber es war doch 9 Uhr vorüber, als ich meinen ersten kräftigen Imbiß an diesem Tage erhielt.
Nicht ungern ging ich daher auf den durch Hassan mir überbrachten Vorschlag des Schechs der Kameltreiber ein, den ganzen morgenden Tag hier in Cherü zu rasten. Und um 10 Uhr schlossen sich die Vorhänge meines Zeltes, unter der fröhlichen Aussicht, morgen nicht um 4 Uhr geweckt zu werden.