Sudan Archive

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Abdullahi hatte, der Linie des Nils in südlicher Richtung folgend, nach Duem sich gewandt, gelegen in der Mitte zwischen Omdurmän und der Insel Aba. Bald aber verließ er Duem und begab sich, westwärts nach dem Inneren von Kordofän, hin zum See Sherkeleh, der etwa 300 Kilometer vom Nilufer abliegt.

Sein Aufenthalt wurde in Chartüm bekannt; aber sehr unbestimmte, sich widersprechende, Nachrichten verlauteten über die Stärke seines Anhanges. Die Einen wußten zu erzählen von Hunderten, die Anderen von Tausenden, welche ihm folgen sollten. Da entsandte der Sirdar die erste bewaffnete Expedition gegen Abdullahi im Januar 1899. Er unterstellte 1000 Mann Infanterie, 50 Kavalleristen und einige Artillerie dem Befehle seines Bruders, des Obersten Kitchener.

Dieser wählte das inzwischen befestigte Duem zu seiner Operationsbasis, und machte von dort aus einen Vorstoß in die Gegend des Sees Sherkeleh.

Hier meldeten ihm Kundschafter, daß das Heer Abdullahis 7000 Streiter zähle, alle von ungebrochenem kriegerischem Mute beseelt. Die eine Hälfte dieser Truppe trage Schußwaffen, die andere Speere. Auf diese Kunde hin erkennt Oberst Kitchener die Unmöglichkeit, mit seiner kleiner Schar dem Feinde Stand zu halten, und gibt den Befehl „Zurück nach Duem!“ — Es war sein Glück, daß Abdullahi ihm nicht folgte. Wenige der Seinen wären entronnen. Von Duem aus kehrt die Expedition dann, unverrichteter Sache, nach Chartüm zurück.

.In Kairo war man sehr ungehalten über diesen Mißerfolg. Je volltönender der Ruhm des Sieges von Omdurmän in alle Welt getragen worden war, um so peinlicher wirkte dieser Nachklang.

Oberst Kitchener wurde abgerufen ! — Bis zum Juni blieb der Chalif am See Sherkeleh, und benutzte seine nahen Beziehungen zu den Weststämmen Kordofäns, um Vertrag und Bündnis mit ihnen abzuschließen.

Die inzwischen eingetretene Regenzeit hatte einen zweiten Vorstoß der Verbündeten gegen ihn verhindert.

Da verlegt der Chalif sein Hauptquartier, und wendet sich nach Djebel Gedir. Es war eben jenes Bergland, 200 Kilometer nordwestlich von Fashoda, wo einst der Mahdi, von Aba kommend, seine Scharen gesammelt und eingeübt hatte, um dann von hier aus jenen unvergleichlichen Siegeszug anzutreten, welcher das ägyptische Regiment vom Boden des Sudan hinwegfegen sollte. Erinnerungen dieser Art, wohl geeignet, den Mut für die halbverlorene Sache neu zu beleben, knüpften sich für die Derwische, und deren Führer, an jene ihnen wohlbekannten Bergspitzen.

Das Heer des Chalifen war jetzt wieder auf 10000 streitbare Männer angewachsen. Außerdem kam die Kunde nach Chartüm, daß ein mächtiger j 230

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