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KAPITEL XXVIII.

Der Tod Abdullahis und die Aufrichtung der neuen Regierung im Sudan.

Der Chalif Abdullahi hatte nach dem Verluste der Schlacht bei Kerreri zunächst nach Omdurmän sich gewendet und kaum 2 Stunden, von 2—4 Uhr nachmittags, in seinem Hause dort verweilt. Man hörte in dieser Zeit, von der Zinne seines Palastes, die lauten Töne des elfenbeinernen Hornes der großen „Ombaia“, deren Klang seine Getreuen sonst zusammenzurufen pflegte. Was der Chalifa hier in der Hast befohlen, zusammengerafft, an sich genommen, ist unbekannt. Genug, der Eintritt der siegreichen Truppen in die Stadt Omdurmän, um 4 Uhr, geschah für Abdullahi so überraschend frühe, daß 100 mit seinem Gute befrachtete Kamele außer Stande, so rasch zu folgen, dem Sieger in die Hände fielen; er selbst aber, um seine Person zu retten, eilends sein Maultier bestieg, und, begleitet von seinem Sohne Etmän, seiner Lieblingsfrau, und 150 Mannen seiner berittenen Leibwache, durch das Südtor entwich. Wie dann das Nachsetzen Slatins ein vergebliches war, ist bereits an anderer Stelle erzählt worden.

Sir Herbert Kitchener betrat gleich hinter Abdullahi das Haus und nahm Besitz von des Chalifen Eesidenz. Die siegreichen Truppen der Verbündeten folgten ihm auf dem Fuße, und einige Bataillone derselben richteten sich zur Nacht auf den Straßen und Plätzen der eroberten Stadt zu einem Biwak ein. Nur hier und dort entstand dabei ein unbedeutender Straßenkampf, hervorgerufen durch den Streifschuß umherschwärmender Derwische. Sonst blieb alles ruhig! — Im Arsenale zu Omdurmän wurden vorgefunden noch große Mengen an Schießbedarf, Tausende von Gewehren aller Gattung, darunter viele 228

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