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tage abnehmen, und dieselben im Waffenhause verschließen ließ, mit dem Befehle, sie lediglich für die Feiertage zum Paradieren den Leuten auszuhändigen. So fehlte diesen denn jede Möglichkeit, mit ihrer Schußwaffe vertraut zu werden.
Die auf den ruhmreichen Schlachtfeldern der Mahdia erzogenen und bewährten Feldherren hatten aber nach und nach der Kampf, das Alter, oder auch die Eifersucht Abdullahis hinweggerafft. „Nach meinem Tode wird man Männer, wie mich, suchen, und nicht finden!“ Das hatte der General Säki-Gamil ausgerufen, als er, zum Hungertode durch Abdullahi verurteilt, in das Gefängnis ab geführt wurde.
Diese Prophezeiung ging in Erfüllung! Als am 2. September 1898 auf dem Schlachtfelde zu Kerreri die eisernen Würfel fallen sollten, da hatte Abdullahi niemanden anders zu seiner Unterstützung, als den weichen, unkriegerischen Aly, welcher den rechten Flügel, und seinen jungen, unerfahrenen Sohn Etmän, welcher den linken Flügel befehligte.
Dieses Heer des Chalifa, zahlreich, aber ungeübt und schlecht geführt, genügte wohl allenfalls, um im Innern das Ansehen der Regierung zu decken, aber nicht mehr, um, angegriffen von einer fremden, gut geschulten und gut bewaffneten Truppe, Stand zu halten. Der sehnliche Wunsch Abdullahis, die Regierungsgewalt an sein Haus zu ketten, und eine erbliche Dynastie sich zu gründen, verführte ihn außerdem zu einer überaus unklugen, ausschließlichen Anlehnung an die Weststämme des ägyptischen Sudan. Man erinnert sich an jenen Freudentag aus seinem Leben, als die 24,000 streitbaren Männer aus den Taascha-Bägara, seinen Stammesgenossen, in Omdurmän ihren Einzug hielten. Sie bezogen die nächsten Häuser rings um seine Wohnung, sie wurden seine Leibwächter, sie erhielten doppelte Rationen und Feierkleider.
Diese Politik wurde nun weiter verfolgt. Auch die anderen Stämme aus Där-For, welche den Bägara befreundet waren, wurden nach und nach herangezogen, und in der Nähe Omdurmäns, in dem reichen Nilbecken angesiedelt. Die hier ursprünglich ansässigen Djealin 1 ) und Dongolaner mußten weichen. Ihre Männer wurden auf entfernte Militärstationen verschickt, ihre Kinder wurden gezwungen, Knechte der Westmänner zu werden.
Nicht gerechnet die hochgradige Unzufriedenheit, welche solche Gewalttat erregen mußte, geschah dadurch auch eine schwere Schädigung der wirtschaftlichen Interessen des Sudan. Jene Leute aus Där-För waren von Beruf Viehzüchter. Nun, in Provinzen versetzt, welche dem Ackerbau 9 Nachkommen des „Djeal“, eingewandert aus Arabien in den Landstrich zwischen Berber und Omdurmän, um 800 n. Chr. — Als Sammelname bezeichnen die „Djealin“ Sprößlinge aus echt arabischem Blute, im Gegensatz zu den hamitischen Negern und deren Mischrassen. — Cf. Freih. y. Oppenheim „Rabeh“ p. 2, Berlin 1902. — 204 —