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ENGLAND IN DEUTSCHER BELEUCHTUNG .
Zur Einführung : Die Entsendung des britischen Kanalgeschwaders in die Ostsee und die Erregung , die trotz alier befriedigenden Er¬ klärungen der englischen Regierung darüber sofort in der deutschen Presse entstand , haben mit aller Rückhaltlosigkeit die Spannung aufgedeckt , die gegenwärtig in den Beziehungen zwischen den beiden großen Völkern vorherrscht . Es ist müßig , untersuchen zu wollen , auf wessen Seite die Schuld liegt : was die deutsche Presse im Burenkrieg an Verun¬ glimpfungen der englischen Regierung geleistet hat , das ist durch das Verhalten der englischen Blätter in der Marokkoan¬ gelegenheit reichlich wieder eingebracht , ja wohl noch über¬ boten , und es wäre nun endlich an der Zeit , das Kriegsbeil zu begraben und die Rückkehr zu jenen friedlichen und freundlichen Beziehungen anzubahnen , wie sie früher zum Segen beider Völker zwischen Deutschland und England be¬ standen haben . Allein die Art und Weise , wie immer noch hüben und drüben in der Presse mit dem Feuer gespielt wird , fängt nachgerade an , bedenklich zu werden , so be¬ denklich , daß bald vielleicht weder der anerkannt gute Wille der Regierungen , noch die Friedensliebe , von der die Mehr¬ heit in beiden Nationen erfüllt ist , imstande sein werden , ernstere Konflikte zu verhüten .
Daß es soweit kommen konnte , daran sind freilich in erster Linie jene Kreise mitschuldig , in denen die Friedens¬ partei ihre stärksten Stützen findet , die einflußreichen Klassen der Industriellen und Handeltreibenden, die ruhig zugesehen haben , wie eine kleine aber rührige Zahl von Politikern jahrelang an der Arbeit gewesen ist , durch ver¬ kehrte Ausdeutungen und , wo es nötig war , gehässige Unterstellungen eine Scheidewand von Mißverständnissen aufzurichten , die eine gerechte gegenseitige Beurteilung der beiden Völker jetzt aufs äußerste erschwert . Denn die Gründe der Mißstimmung gegen England , die augenblicklich bei uns herrscht , liegen , soweit sie nicht temporärer Natur sind und die Reaktion auf die feindliche Haltung der englischen Presse darstellen , eben in der einseitigen und un¬ richtigen Beurteilung , denen englische Politik und eng¬ lische Verhältnisse noch vielfach bei uns ausgesetzt sind .
Fortsetzung auf der dritten Umschlagsseite .